Montag, 27. September 2004

Von Basel nach Thun

Auf besonderen Wunsch folgt hier nun ein (älterer) Reisebericht, nur hat es leider bisher meiner Meinung nach keine passende Kategorie.
Manchmal, wenn ich für die BLS in Basel gewesen bin, hat mich jener Ort derart genervt, dass ich schlussendlich nach erledigter Arbeit abends um 19:00 Uhr mein Vélo geschnappt habe und abgehauen bin. Dies ist der Versuch, eine typische solche Fahrt zu beschreiben.
19.00: Im Sommer steht die Sonne noch hoch am Himmel, daher wird es zum Glück noch eine Weile hell sein, denn meine Batterie hält leider nicht so lange, und mit Dynamo wird man die Strecke von immerhin 127 Kilometern nie überleben.
21.00: Nach endloser Strampelei erreiche ich endlich Oberdorf. Ich bin jetzt beinahe auf der Spitze des Berges. Nur noch ein paarhundert Meter hinauf, dann wird es bergab gehen. Es beginnt, auf dieser Seite der Berge dunkel zu werden. Die letzte Waldenburgbahn trötet in der Ferne.
21.30: Geschafft! Ich rolle entspannt die Hänge des Kantons Solothurn hinab, dem Sonnenuntergang entgegen!
22.00: Wenig ereignisreich ist die Fahrt bis Niederbipp verlaufen. Es geht ja die ganze Zeit nur bergab. Ich suche: wo war gleich diese Strasse auf Langental?
00.30: Als ich am Bahnhof Herzogenbuchsee einrolle, fährt dort gerade der Nachtzug vorbei. BERN steht in Grossbuchstaben darauf. Der Schaffner grüsst. BLSler kennen sich eben. Und Kinder der Nacht sind ein Genre das in sich sehr vertraut ist: man kennt einfach jeden, denn eine Stadt wie Herzogenbuchsee, Bern oder Thun wird in der Nacht zum Dorf.
03.00: Die endlos lange, stetig steigende Strecke bis nach Burgdorf ist geschafft. Jetzt muss ich mich nur noch bis nach Hasle-Ruegsau quälen, dann kann ich eine Weile bergab rollen. Aber zuerst steht eine kleine Pause an, um etwas köstliches Berner Ruch zu verspeisen. Dazu gibt es Orange aus der Migros. Wurst oder Käse halten sich auf einer solchen Fahrt nicht, werden ungeniessbar. Man sollte sie sowieso nicht essen, sonst kommt man nicht mehr vorwärts. In diesem Teil der Nacht kommt man sowieso viel langsamer voran. Die Kälte strengt sehr an in dieser Höhe.
03.15: Wenn man in der Nacht zu lange pausiert, wird man am Morgen nicht mehr ankommen. Also auf, auf, weiter geht’s!
04.30: Mein Hinterrad fängt an zu schlagen. Mein Rücken wird eine einzige Ruine sein wenn ich ankomme.
05.30: Endlich kann ich mich rollen lassen! Das Berneroberland tut sich vor mir auf und wird vom Morgen in ein sanftes Blau getaucht. Eine erhabene Stimmung liegt in der Luft, während ich souverän die Hangstrasse hinabsteuere. Ich kann sehen wie die Bäckereien mit frischem Brot beliefert werden. Lecker!
06.00: Ich denke daran, wie unsere Bäckerin am Hohmad gerade die Türe ihrer Bäckerei aufschliesst. Leider bin ich noch weit davon entfernt. Um mich herum hat es nur Kühe, die langsam erwachen. Ab und zu kräht sich ein Hahn um den Verstand.
07.00: Die alte Bernstrasse! Endlich!
07.20: Ich mobilisiere meine letzten Kräfte und fahre mit atemberaubender Geschwindigkeit die S-Bahn-Linie entlang. Steffisburg lasse ich hinter mir. Die Heimat ruft mich...
07.30: Die Aareinsel liegt vor mir! Ich habe allerdings keine Lust, im Coop City irgendwelche Einkäufe zu tätigen. Stattdessen rolle ich am Rex vorbei, unter der Unterführung durch hinaus in Richtung Neufeld. Die Buchholzstrasse fliegt unter mir davon, schliesslich erreiche ich den Schorenfriedhof. Über den kleinen Kiesweg fahre ich bis zur Schorenstrasse, am Coop-Lager vorbei, über die Bahngleise. Der Bahnhof Gwatt erinnert mich an alte Zeiten.
08.00: Mein Vélo ist unten angebunden, ich habe mich meiner Klamotten entledigt und nehme eine kurze Dusche. Danach wird es Zeit, meine Freundin aufzuwecken, die immer noch im Bett liegt und schläft. Wie kann man nur so eine fantastische Nacht verschlafen?

Die Berner Schule

Wer zur Touristenzeit im Kanton Zürich lebt, wird sicherlich feststellen, dass ein paar mehr Leute scheinbar sinnlos durch die Stadt irren. Aus meiner Schulzeit kann ich mich jedoch daran erinnern, dass die Sommer in Bern doch zumindest für Berner Verhältnisse etwas ungewöhnlich ausfielen. Wenn ich einmal nicht in Thun zur Schule sondern in Bern auf Arbeit gegangen bin, war diese Ungewöhnlichkeit doch recht heftig zu spüren.
Früh am Morgen verliess ich stets meine kleine Wohnung im Gwatt, um den Bus zum Bahnhof zu nehmen. Meist begegnete ich dabei eine Gruppe von Touristen, die den Thunersee suchten. Ich verwies sie auf die Wasseransammlung einige wenige Meter südlich meines Hauses. Die Touristen nach Spiez verwies ich auf den Bus. Natürlich versäumten es die Touristen im Bus nicht, mich zu fragen, ob das auch wirklich der Bus zum Bahnhof bzw. auf Steffisburg sei.
Am Bahnhof angelangt dirigierte ich dann meist die Touristen in Richtung Brig und Mailand auf die Züge nach Süden, die Touristen in Richtung Zürich und Luzern auf den Intercity nach Romanshorn, die Touristen nach Basel auf den Intercity in ebendieses, und die, die das Schloss Münsingen besichtigen wollten, verwies ich auf die S3 nach Fribourg.
Nachdem ich die Touristen im Zug davon überzeugt hatte, dass dieser Intercity wirklich auf Bern und Romanshorn fuhr und man auf Basel nur umsteigen musste, und nachdem ich einige 20min verteilt hatte, war ich dann doch froh als der Zug mit seinem üblichen speziellen Geräusch im Bahnhof Bern einrollte.
Schnell wies ich die Passagiere ihren Gleisen zu, dann eilte ich hinab in den RBS-Bahnhof um die Linie J nach Zollikofen nicht zu verpassen. Ich erklärte den Touristen, wo sich der Zytgloggi befunden hatte, wo sie das Bundeshuus finden, und wo die Matte. Ich wies darauf hin, dass die Aare am Besten über die Treppen zu erreichen sei. Dann sprang ich in Worblaufen aus dem Zug, verwies die Leute in alle Richtungen und hastete in das Swisscom- Gebäude. Endlich Ruhe.
Wenn ich dann nach erledigter Arbeit, abgespannt von einem harten Arbeitstag, wieder dieselbe Prozedur rückwärts erlebte, wusste ich nur noch eine Antwort:
"Je ne sais pas, je suis touriste!"

ich...

abstimmung1...weiss nicht recht, wie ich die abstimmungsresultate dieses wochenendes deuten soll. wir haben jedenfalls mit 51.6 % resp. 56.8 % NEIN gesagt zur erleichterten einbürgerung von ausländer/innen der 2. und 3. generation.

ist das unsere ureigenste angst vor noch mehr ausländern? ist das die folge eines der höchsten ausländeranteile in europa? ist das unsere quittung für sich nicht integrieren wollende ausländer etwelcher herkunft? ist das unsere angst vor den islamisten? die angst vor kriminellen ausländern?

mir tun jedenfalls diejenigen ausländer leid, die sich bestens integrieren und denen die schweiz ein stück heimat geworden ist...

Schweizerinnen und Schweizer lutschen für CHF 120 Mio.

Bonbons.

Am beliebtesten sind Bonbons mit Kräuter-Geschmack, gefolgt von Frucht-Bonbons. An dritter Stelle sind Caramel-Bonbons. Zuckerfreie Bonbons kommen auf einen Anteil von 46 Prozent.

Meine Lieblingsbonbons sind die hier oder Caramels, aber weich müssen sie sein.

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