Dienstag, 13. Januar 2004

alles wird gut in CH

Zorra fragte mich vor einer Weile, ob ich Lust hätte, meine traumatischen Schweiz-Erlebnisse in diesem Weblog zu hinterlassen. Hab' ich. Wie auch immer ist es strange, in einem anderen als dem eigenen Weblog zu posten. Zumal es erst wenige Tage her ist, dass ich innerhalb dieses Eintrags etwas zum Thema "Verstehen der schweizerdeutschen Sprache" schrieb.

Einer meiner Lieblinks zum Thema Schweiz ist www.hallo-schweiz.ch. Naja sagenwirmalso, es ist der einzige Link zum Thema Schweiz, den ich kenne. Die Infos auf der Seite haben mir geholfen, bevor ich am 24. Juni 2003 in den Kanton Zürich [wir wohnen am Greifensee, einer Baby-Schwester vom grossen Zürisee] auswanderte, um hier mit meinem Schweizer Freund zu leben. Zuvor pendelten wir beide ein gutes Jahr alle zwei Wochen zwischen Deutschland und CH hin und her.

Seit ich hierher zog, lernte ich ein beachtliches Stück Schweiz kennen. Pässe fahren ist inzwischen kein Problem mehr, auch wenn ich immer noch an Höhenangst leide. Meine Lieblingsorte sind Zürich, Zermatt, Luzern und eine Wiese am Wägitaler See. Die schönste Wasserfarbe, die ich an einem See je sah, trägt der Vierwaldstätter See. Wow. Fribourg habe ich nur von oben gesehen [auf dem Weg nach Gruyères], vorerst. Was u.a. noch fehlt: der Tessin. Die hässlichste Stadt der Schweiz: Schlieren.

Ein Unterschied zwischen D und CH: In CH ist es vorbildlich unhektisch. Sogar auf der Zürcher Bahnhofstrasse mitten in der Vorweihnachtszeit ging es unhektisch zu, verglichen zum Tun und Machen in Deutschland, wo dir kurz vor Weihnachten die Löcher aus'm Käse fliegen, wenn du schnell noch eben ein Geschenk besorgen willst. Ohne blaue Flecke kommste da nicht nach Hause. Kein Wunder sind die Spitäler in Deutschland immer überfüllt.

Was mich um die Weihnachtszeit herum am meisten fasziniert hat an der Zürcher Innenstadt, war erstens der Weihnachtsmarkt mit dem riesigen Baum und 150 Ständen mitten im Hauptbahnhof und die Schlittschuh-Eislauf-Fläche mitten in der City, Brigitte wie hiess der Ort nochmal? Landesmuseum, odr?

Die Schweizer: zurückhaltend, hilfsbereit, liebenswürdig und humorvoll. Und man muss ihnen ein bisschen Zeit lassen, bis sie auftauen. Was mindestens Brigitte und Niela angeht, die mussten gar nicht auftauen, weil sie von an Anfang an offen waren, zumindest mir gegenüber.

In Deutschland hört man manchmal, die Schweizer hätten keinen Humor. Ja kein Wunder, wenn man ihre Sprache nicht versteht, wie soll man dann ihren Humor verstehen? Klar haben die Schweizer Humor - ausser auf der Autobahn. Ausserdem gibt's hier die Filme, die in Deutschland ab 18 sind, schon ab 16.

Und dann wird den Schweizern nachgesagt, sie wären langsam. Stimmt nicht. Hier ist nur der Sprit langsam, schneller als 120 km/h ist hier nämlich verboten, aber das ist schon okay, weil die Schweiz so klein ist und die Autobahnen sowieso entsprechend kurz, da wärste mit 200 km/h locker in 10 Minuten durch. Ein Autobahnfoto ist hier übrigens sehr teuer.
Im Ernst jetzt, ich find's okay. Rasen kann ich auch in Deutschland, z.B. kurz vor Weihnachten in den Geschäften.

So, kommen wir zum Essen. Bündner Fleisch rulez! Und St. Paulin Käse. Ausserdem: Sorbet aus der Migros [Mango und Erdbeere]. Mjammjam, I'm loving it. Und dann ist da noch die Lindt-Schoggifabrik, an der ich sehr, sehr gerne vorbeifahre. Mit Tränen in den Augen und Wasser im Mund. Seit ich nämlich vor fast sieben Monaten mit dem Rauchen aufhörte, weiss ich nicht nur, wie Schoggi schmeckt, sondern auch wie sie schmöckt. ;)

In Zürich gibt es einen wunderschönen Ort, und zwar habe ich vergessen wie er heisst - es gibt dort Parkbänke und Bäume und du kannst auf Züri runtergucken. Lindenallee? Kann das sein? Als ich dort war, war ein Obdachloser gerade dabei, alle Mülleimer sorgfältig nach Essbarem abzusuchen, und jedesmal wusch er sich danach die Hände im Brunnen.

Ausserdem bin ich unheimlich gerne im Niederdorf, ich sag immer Altstadt dazu, was natürlich falsch ist. Aus einem Lokal dort bin ich mal geflüchtet, weil die Stühle dermassen unbequem waren, dass ich immer vom Stuhl rutschte. Etwas Gutes hatte mein Boykott, denn auf diesem Wege fand ich mein Lieblingsrestaurant, auch wieder im Niederdorf, nur vergesse ich dauernd, wie das Restaurant heisst. Nicht nur, dass die Stühle dort bequem sind und das Essen dort schmeckt, auch wird dort sehr leckerer Rotwein angeboten und ein schnuffeliger Kellner mit Hundeblick. Nur zum gucken.

So, das war es last but not least, obwohl es sicher noch eine Mengemenge mehr zu erzählen gäbe. Und - fast hätte ich es vergessen -: "Weiss nöööd!"

P.S. Twoday liess leider keine Umlaute zu, als ich die Rubrik Chrüsimüsi anlegte.

Helvetismen

Mein erster Beitrag überhaupt in einem Gemeinschafts-Blog... Vielen Dank für die Einladung an Zorra ;-).

Vor einigen Monaten Wochen hat Brigitte schon was darüber geschrieben und darum ist es eigentlich gar nicht "mein" Beitrag... Aber ich dachte mir halt, hier gehört der auch noch rein...

Deshalb hier einen sehr interessanten Link zu den sogenannten Helvetismen, für diejenige, die sich für die Schweizer Sprache interessieren...

Glaziologen

sind Gletscherforscher und die haben folgendes herausgefunden:

Die Schweizer Gletscher haben während der vergangenen Messperiode 2002/03 ausnahmslos an Länge und Masse eingebüsst. Der grösste Rückzugswert beträgt über 150 Meter. Die registrierten Massenverluste haben die bisherigen Maximalwerte übertroffen. Dies zeigt eine erste Analyse der Messungen, welche die Gletscherbeobachter im vergangenen Herbst im Rahmen der jährlichen Erhebungen durch die Glaziologische Kommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften SANW gesammelt haben.

Von den 110 beobachteten Gletschern des Messnetzes sind die Auswertungen an 96 Gletschern abgeschlossen. Alle Gletscher haben sich zurückgezogen. Die registrierten Rückzugswerte reichen von gut einem Meter am Schwarzgletscher (BE) bis zu beträchtlichen 152 Metern am Triftgletscher (BE).
Das allgemeine Bild präsentiert sich seit Beginn der jährlichen Erhebungen im Jahe1880 in nie beobachteter Deutlichkeit: Es war kein vorstossender oder stationärer Gletscher zu verzeichnen. Dies ist aber nicht direkt auf den extrem warmen Sommer zurückzuführen, denn die Gletscherlänge reagiert verzögert auf Klimaveränderungen. Die diesjährigen Messresultate setzen den allgemeinen Trend der letzten Jahre fort. Die in den vergangenen Jahren festgestellten vereinzelten Vorstösse waren jeweils durch mehrjährige, verfirnte Altschneerücklagen bedingt und stellten keine eigentlichen Gletschervorstösse nach längerfristig kühlerer und niederschlagsreicherer Witterung dar.

Quelle

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